Digitalisierung und Industrie 4.0: Zwischen Chancen und Bedenken

Digitalisierung und Industrie 4.0 verändern zusehends unsere Wirtschaft. Über die Konsequenzen gehen die Meinungen auseinander. Fest steht, dass sich die Produktions- und Arbeitswelt in einem fundamentalen Wandel befindet. Um über dieses Thema zu diskutieren, veranstaltete die Fachstudienberatung des MBA-Studiengangs „Management und Entrepreneurship“ der FH Aachen und Alexander Willkomm, FH-Absolvent und Geschäftsführer der aixITem GmbH, eine gemeinsame Veranstaltung zum Thema „Digitalisierung in produzierenden Unternehmen“. Alexander Willkomm sowie Dr. Carsten Schmidt, Geschäftsführer myOpenFactory Software GmbH, referierten jetzt in Anwesenheit von ehemaligen MBA-Absolventinnen und - absolventen, Unternehmensvertreterinnen und - vertretern im Gebäude der aixITem GmbH. Sie stellten die Relevanz der Industrie 4.0 in den Vordergrund und zeigten Optimierungsmöglichkeiten auf. Willkomm hatte sich bereits während seines MBA-Studiums „Management und Entrepreneurship“ an der FH Aachen mit dem Thema Industrie 4.0 beschäftigt. „Während des Studiums spielten insbesondere die Veränderungen der Geschäftsmodelle durch Digitalisierung eine Rolle“, so der Geschäftsführer.

Der Wandel wird in der Industrie immer schneller – wie in jeder Branche. Der Begriff Industrie 4.0 ist zwar in aller Munde, aber die Umsetzung entsprechender Konzepte zur digitalen Vernetzung von Objekten und Systemen in Produktionsunternehmen wird in der Breite nur recht zögerlich angegangen. Dabei ist technologisch heute vieles bereits möglich. Damit „Industrie 4.0“ nicht nur ein Schlagwort bleibt, müssen die technischen Möglichkeiten in reale Anwendungen überführt werden.

Die Referenten zeigten auf, wie konkrete Applikationen aussehen können. Dies funktioniere nur mit einer Strategie und neuem Denken. „Durch Industrie 4.0 erwartet die Unternehmen eine Produktivitätssteigerung um 45 bis 55 Prozent in technischen Berufen durch die Automatisierung der Wissensarbeit. Außerdem wird erwartet, dass Bestands- und Qualitätskosten um 20 bis 50 Prozent reduziert werden können“, so Dr. Schmidt. Dennoch bestehe für jedes zweite Unternehmen allgemeine Unsicherheiten hinsichtlich Industrie 4.0, da sie zum Beispiel in der sachgerechten Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder in den hohen Investitionskosten die zentralen Herausforderungen sehen würden. Diese Skepsis solle jedoch kein Grund sein, Industrie 4.0 lediglich als Hype anzusehen. Stattdessen wäre es jetzt schon sinnvoll, die aktuellen technischen Möglichkeiten der Digitalisierung auszuschöpfen. Als fortschrittliches Beispiel nennt er „das selbstoptimierende Produktionssystem“, das Abläufe und Betriebspunkte in einem produzierenden Unternehmen eigenständig definiert. Für Alexander Willkomm steht fest, dass die Chancen durch Industrie 4.0 überwiegen: „Mit der richtigen Strategie kann man zum Beispiel im Bereich IT-Sicherheit die Situation oftmals deutlich verbessern. Klar ist aber auch: Jedes Unternehmen muss sich auf schnelle Veränderungen einstellen. Dies hat insbesondere Auswirkungen auf Unternehmenskultur, Geschäftsprozesse und Mitarbeiterausbildung.“

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